Stellungnahme des Vereins Sternwarte Sankt Andreasberg e.V. zum Bebauungsplan Nr. 135 „Wurmberg“ sowie den zugehörigen Gutachten und Berichten

Bei der Stadt Braunlage eingereicht am 03.05.2012

Der Vorstand der Sternwarte Sankt Andreasberg e.V. hat die uns seitens der Verwaltung der Stadt Braunlage bereitgestellten Unterlagen zum Wurmberg-Vorhaben (Bebauungsplan, Umweltbericht, Rodungsplan, Fachbeitrag zur Waldumwandlung, artenschutzrechtliche Prüfung, Gutachten zur regionalwirtschaftlichen Bedeutung des Projekts) eingehend geprüft, und möchte sich auf dieser Basis mit der folgenden Stellungnahme zu Aspekten der für unsere eigenen Projekte relevanten Beleuchtungsanlage am weiteren Planverfahren beteiligen. Für inhaltliche Fragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

(1) Helligkeit der geplanten Beleuchtung

Die Planung von Sportstätten-Beleuchtungsanlagen erfolgt üblicherweise nach der europäischen Norm DIN EN 12193 „Sportstättenbeleuchtung“. Diese teilt Sportstätten je nach Niveau und Intensität der Nutzung in drei grundlegende Klassen ein, für die wiederum unterschiedliche Aussagen zur empfohlenen Beleuchtungsstärke (in der hierfür üblichen Einheit Lux) getätigt werden:

  • Beleuchtungsklasse I: Anlagen, die dem Hochleistungssport sowie dem Hochleistungstraining dienen und die für international sowie national bedeutende sportliche Wettbewerbe mit erheblichen Zuschauerzahlen und TV-Übertragungen genutzt werden.
  • Beleuchtungsklasse II: Anlagen, die für national bedeutsame Wettbewerbe mit mittleren Zuschauerzahlen genutzt werden.
  • Beleuchtungsklasse III: Anlagen, die primär dem Freizeitsport, dem Schulsport, dem allgemeinen Training und dem Vereinssport dienen.

Wie die Verwaltung der Stadt Braunlage in ihrer Replik auf die erste Stellungnahme von BUND und NABU zum Bebauungsplan 135 auf Seite 21 anmerkt, ist die am Wurmberg geplante Anlage für internationale wie auch für nationale Wettbewerbe grundsätzlich ungeeignet:

„Es sind [hier] keine internationalen und auch keine nationalen Wettkämpfe (Skiweltcup-Abfahrtsrennen, etc.) im Skisport geplant. Die bestehenden und geplanten Abfahrtsflächen erfüllen nicht die geforderten Kriterien der FIS. Die geplanten Maßnahmen dienen ausschließlich dem Breitensport.“

Die geplante Anlage ist damit eindeutig der Beleuchtungsklasse III zuzuordnen, für welche laut DIN EN 12193 eine horizontale Beleuchtungsstärke von 20 Lux empfohlen wird [1]. Der Vollständigkeit halber sind die Empfehlungen für alle drei Beleuchtungsklassen für Ski-Abfahrten in nachfolgender Tabelle aufgeführt.

DIN EN 12193 – Tabelle A.23 – Ski-Alpin

Klasse Beleuchtungsstärke* Gleichmäßigkeit**
I 100 lx 0,5
II 30 lx 0,3
III 20 lx 0,2

* Mittlere horizontale Beleuchtungsstärke, wiedergegeben in der Einheit Lux
** Verhältnis von minimaler zu mittlerer horizontaler Beleuchtungsstärke

Hier ergibt sich eine erhebliche Diskrepanz zu den Angaben, die etwa im Umweltbericht zum B-Plan zu finden sind. Dort heißt es auf Seite 135, dass die Lichtstärke der geplanten Flutlichtanlage „gemäß DIN EN 12193“ auf eine mittlere vertikale Beleuchtungsstärke von 150 Lux „begrenzt“ werden soll, um die durch die Anlage erzeugte Lichtverschmutzung zu minimieren. Wie obige Tabelle zeigt, überträfe eine Beleuchtungsstärke von 150 Lux jedoch sogar die für Olympia-Anlagen empfohlene Beleuchtungsstärke deutlich. Für Anlagen der Klasse III – zu denen die Wurmberg-Anlage nach Aussagen der Planer definitiv gehört – ist laut DIN lediglich eine mittlere horizontale Beleuchtungsstärke von 20 Lux vorgesehen. Aussagen zur mittleren vertikalen Beleuchtungsstärke, auf die im Umweltbericht verwiesen wird, finden sich in der Norm erst gar nicht.

Hinzu kommt, dass international anerkannte Lichtverschmutzungs-Experten wie etwa Dr. Andreas Hänel, Leiter der Fachgruppe Dark Sky im VdS, aufgrund der starken Reflexionswirkung von Schnee sogar noch die DIN-Empfehlung von 20 Lux für zu hoch halten und für Skiabfahrten, die ausschließlich dem Schul- und Freizeitsport dienen, Beleuchtungsstärken um 10 Lux (immerhin entsprechend der Beleuchtung einer Hauptverkehrsstraße) empfehlen [2]. Die im Umweltbericht zum B-Plan genannte Beleuchtungsstärke liegt damit um den Faktor 7,5 über der DIN- Empfehlung sowie um den Faktor 15 über dem von uns vermuteten realen Bedarf. Die Beleuchtungsstärke der Anlage ist damit aus unserer Sicht massiv überdimensioniert.

Unabhängig von der genannten Beleuchtungsstärke der Anlage ist zudem der im Umweltbericht mehrfach getätigten Aussage, dass es aufgrund der Ausrichtung der Leuchten nach unten nur zu geringer Lichtverschmutzung käme, ganz klar zu widersprechen. Aufgrund der sehr hohen Reflexionswirkung von Schnee (mit einem Reflexionskoeffizient von 0,7 verglichen mit z.B. 0,2 von Beton oder 0,1 von Asphalt) ist bei einer großflächigen Beleuchtung (120.000 m²) von Schnee sogar eine ganz erhebliche Zunahme der Lichtverschmutzung zu befürchten.

Fazit: Die Beleuchtungsstärke der geplanten Flutlicht-Beleuchtung wird von uns vor diesem Hintergrund als erheblich überdimensioniert bewertet. Im Interesse des Naturschutzes sowie auch der Bewahrung des Kulturguts Sternenhimmel ist daher dringend zu prüfen, ob eine Beleuchtungsanlage mit einer mittleren horizontalen Lichtstärke von 20 Lux (oder weniger) für die benannten Zwecke nicht bereits vollkommen ausreichend wäre. Eine großflächige (vorgesehen ist die Beleuchtung von etwa 120.000 m² Fläche durch bis zu 40 Flutlicht-Masten) lichttechnische Anlage der bislang vorgesehenen Lichtstärke, würde die Lichtverschmutzung in der Region Oberharz unserer Einschätzung nach erheblich verstärken.

(2) Auswirkungen der Beleuchtungsanlage auf Vögel und Insekten

Wie im Umweltbericht zum Bebauungsplan ausgeführt wird, grenzt das EU-Vogelschutzgebiet „Hochharz“ unmittel- bar an das Wurmberg-Planungsareal. Hier finden sich als die wertbestimmenden Zugvogelarten unter anderem der Fichtenkreuzschnabel (unregelmäßige Wanderungen in der Zeit von April bis Dezember), der Tannenhäher (eigentlich ein Jahresvogel, der allerdings unter bestimmten Bedingungen während der Wintermonate wandert) sowie auch die besonders geschützte Ringdrossel (diese wandert im November ab und kehrt im Februar zurück). Allen drei Zugvögeln ist gemein, dass sich ihre Wanderzeiten eindeutig mit den Betriebszeiten der Flutlicht-Anlage (von Dezember bis März) überschneiden, so dass es aus unserer Sicht voreilig ist, negative Auswirkungen auf wandernde Vögel auszuschließen, wie dies unter anderem im Umweltbericht auf den Seite 122 und 123 getan wird.

Gerade Zugvögel werden – dies ist bereits seit Jahren gut erforscht [3] – durch Lichtverschmutzung häufig und in erheblichem Maße geschädigt, da sie über erhellten Gebieten Route, Geschwindigkeit und Höhe verändern und dadurch in ihrem Zugverhalten stark beeinträchtigt werden. Dass die geplante Anlage bei einer mittleren Beleuchtungsstärke von 150 Lux und angesichts der ganz erheblichen Reflexionswirkung von Schnee eine auch nach oben wirkende und damit von Zugvögeln potentiell wahrnehmbare Lichtabstrahlung hätte, ist unserem Erachten nach evident. Hinzu kommt weiterhin, dass auch andere im Rahmen der artenschutzrechtlichen Prüfung (vgl. hierzu etwa Seite 8 des Dokuments) aufgefundene Vogelarten wie etwa das Sommergoldhähnchen nachgewiesener- maßen stark negativ auf Lichtverschmutzung reagieren [4].

Auch der im Umweltbericht getroffenen Feststellung, eine Beeinträchtigung von Insekten durch die Flutlichtanlage sei aufgrund der winterlichen Betriebszeiten nicht zu erwarten, können wir uns nicht anschließen. Es existieren durchaus Insektenarten, die bereits im Februar oder März und damit noch innerhalb der Betriebszeit der Anlage aktiv werden. Da jedoch, wie im Umweltbericht auf Seite 43 festgehalten wird, „wegen des Nichtvorkommens bedeutender Populationen seltener oder geschützter Arten“ sowie der vermuteten „geringen Auswirkungen des Vorhabens auf die Populationen“ von einer Untersuchung der Folgen des Projekts auf lokale Insektenpopulationen vollständig abgesehen wurde, und die vorhandenen Arten daher konsequenterweise weder im Umwelt- noch im Artenschutzbericht überhaupt aufgelistet werden, ist es aus unserer Sicht schwer, eine Aussage über möglicherweise übersehene Probleme zu treffen. Evident scheint jedoch, dass ein derart „abgekürzter“ Bericht nicht das Kriterium der Vollständigkeit erfüllt, wie es angesichts eines derartig umfangreichen Eingriffs in ein Naturgebiet eigentlich zu erwarten wäre.

Fazit: Die in Umweltbericht sowie der artenschutzrechtlichen Prüfung getätigten Aussagen zu negativen Folgen der Beleuchtung auf nachtaktive Lebewesen sind unserer Einschätzung nach unvollständig und daher zu überarbeiten. Allein im angrenzenden EU-Vogelschutzgebiet finden sich bereits drei Zugvogelarten, die während der geplanten Betriebszeiten der Anlage zwischen Dezember und März wandern, und die daher durch die Verstärkung der Lichtverschmutzung beeinträchtigt werden könnten.

Mit dem Sommergoldhähnchen wurde darüber hinaus im unmittelbaren Bebauungsgebiet schon mindestens eine Vogelart nachgewiesen, die sich erwiesenermaßen stark von nächtlichem Kunstlicht beeinträchtigen lässt. Die Entscheidung, einen Großteil der Insektenarten im Umweltbericht zu übergehen, so dass keinerlei gesicherte Aussagen zu den gegebenenfalls betroffenen Arten vorliegen, halten wir überdies für unangemessen. Hinzu kommt, dass im Rahmen der uns vorliegenden Berichte sogar eingeräumt wird, dass die Auswirkungen der geplanten Beleuchtungsanlage auf lokale Fledermauspopulationen derzeit nicht sicher eingeschätzt werden können.

Damit bleibt aus unserer Sicht ein hohes Restrisiko auf mögliche negative Beeinträchtigungen nachtaktiver Lebewesen durch die Beleuchtungsanlage bestehen. Es sollte daher die Möglichkeit geschaffen werden, die Wirkung der Anlage auf ihre Umwelt nach Ablauf eines Jahres zu untersuchen und – im Falle negativer Ergebnisse – die Betriebszeiten sowie die Lichtintensität der Anlage auch nachträglich noch weiter begrenzen zu können.

(3) Beeinträchtigung astronomischer Beobachtungen

Wie im Umweltbericht zum B-Plan auf den Seiten 97 und 98 eingeräumt wird, ist eine Beeinträchtigung der astronomischen Sichtbedingungen aufgrund der mit der geplanten Wurmberg-Beleuchtungsanlage verbundenen Erhöhung der Lichtverschmutzung grundsätzlich zu erwarten:

„Für Nachtspaziergänger und astronomisch Interessierte, die den Sternenhimmel im Oberharz betrachten wollen, kann durch das Flutlicht und die sonstige Beleuchtung eine Beeinträchtigung durch Lichtverschmutzung ausgehen.“

Diese Feststellung deckt sich voll und ganz mit unserer Einschätzung.

Widersprechen möchten wir allerdings der Aussage, dass Interessenten leicht auf „lichtarme Ausweichräume im Oberharz“ ausweichen könnten. Hier wird die enorme Flächenwirkung von Lichtverschmutzung vollkommen ignoriert – das nach oben reflektierte Licht wird in Höhen bis zu 80 km gestreut und wäre damit auch noch bis weit nach Sankt Andreasberg oder andere Harzorte wie Elend oder Sorge sichtbar. Zum Vergleich: Selbst der Lichtverschmutzungs-Effekt des einzelnen Scheinwerfers auf dem Wurmberg ist vom deutlich weiter entfernten Brocken aus noch problemlos nachweisbar.

Insbesondere Harzorte wie Sankt Andreasberg, Elend und Sorge zeichnen sich jedoch durch nahezu natürlich dunkle Nachtverhältnisse aus – bei Elend etwa lassen sich Werte für die Himmelshintergrundhelligkeit von 21,7 mag/argsec² messen, was einem „perfekt dunklen Nachthimmel“ so nahe kommt, wie dies in Europa überhaupt noch möglich ist.

Zusammen mit dem Naturpark Westhavelland, dem Biosphärenreservat Rhön und dem Gebiet um Herzberg (an der Schwarzen Elster), bietet der Oberharz somit deutschlandweit herausragende astronomische Beobachtungs- bedingungen, die ihn theoretisch sogar für eine Aufnahme in die exklusive Liste der Dark Sky Parks der International Dark Sky Association qualifizieren würden. Diese einmalige Chance würde mit der geplanten Flutlicht-Anlage auf dem Wurmberg definitiv zerstört – und interessierte Hobby-Astronomen müssten zumindest in den Wintermonaten sehr viel weiter als nur bis nach Sankt Andreasberg oder Elend ausweichen. Einen sanften Astro-Tourismus, wie er derzeit in Sankt Andreasberg im Entstehen begriffen ist, würde es in der Region dann wohl auf absehbare Zeit nicht mehr geben – ein Aspekt übrigens, der im Gutachten zur regionalwirtschaftlichen Bedeutung des Projekts vollständig ignoriert wird.

Zur mehrfach betonten Begrenzung der Betriebsstunden auf maximal 22:30 Uhr sowie der Betriebszeiten auf die Monate Dezember bis März ist anzumerken, dass gerade die Wintermonate aufgrund der früh einsetzenden Dunkelheit von großer Bedeutung für die Astronomie sind. Insbesondere für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (in der Gegend um Braunlage befinden sich nicht nur zahlreiche Schulen, sondern auch fünf Schullandheime), die gleichwohl ein Herzstück der Bildungsarbeit der Sternwarte Sankt Andreasberg darstellt, ist es unverzichtbar, auch am frühen Abend Beobachtungen anbieten zu können.

Fazit: Die im Umweltbericht getätigte Aussage, die zu erwartende Lichtverschmutzung würde aufgrund der nach unten abgeschirmten Leuchten sowie der „Begrenzung“ der Beleuchtungsstärke auf 150 Lux (siehe hierzu Punkt (1)) gering ausfallen, ist unserer Einschätzung nach eindeutig falsch. Eine Anlage der beantragten Größe und Leuchtstärke würde vielmehr erheblich zur Lichtverschmutzung über Braunlage sowie den angrenzenden Harzorten beitragen und dem Oberharz die Chance auf eine bundesweit einmalige Auszeichnung als Dark Sky Park sowie auf eine europaweit herausragende Positionierung im besonders sanften und somit wünschenswerten Bereich des Astro-Tourismus nehmen. Diese Folgen sollten bei der Entscheidung für oder gegen den Bau der Flutlicht-Anlage eingehend bedacht und berücksichtigt werden.

Aus Sicht der Sternwarte Sankt Andreasberg e.V. besteht zudem das große Risiko, dass nach Fertigstellung der Wurmberg-Anlage auch andere Pistenbetreiber der Region ihre Abfahrten beleuchten könnten. Wenigstens in diesem Punkt sollten Stadtrat und Stadtverwaltung tätig werden und die lichttechnische Aufrüstung weiterer Anlagen im Ortsgebiet Braunlages bereits vor Beginn der Baumaßnahmen am Wurmberg ausschließen.

(4) Prognostizierter CO2-Eintrag der Anlage

Der Jahres-Gesamteintrag an CO2 durch die Beleuchtungsanlage wird auf Seite 108 des Umweltberichts mit etwa 5.000 kg veranschlagt. Dies scheint uns eine äußerst geringe Menge zu sein – in der Straßenbeleuchtung etwa (in der die Leuchten nur mit 10 anstatt mit 150 Lux betrieben werden), spart man mit der Umstellung einer veralteten Quecksilberdampflampe auf eine moderne LED-Lampe pro Jahr etwa 1.000 kg CO2 pro Lichtpunkt ein. Auch die Stadt Rheine spart nach eigenen Angaben allein mit der Abschaltung der Straßenbeleuchtung nur zwischen 1:00 Uhr und 3:30 Uhr in der Nacht pro Jahr 420.000 kg CO2 ein [5].

Angesichts der Beleuchtungsstärke der Pistenbeleuchtung sowie der weiterhin hinzukommenden Beleuchtung für den Sessellift, die Schneekanonen sowie die Servicestellen mutet uns ein 5.000 kg CO2-Gesamteintrag pro Jahr äußerst niedrig an. Wir möchten die Stadtverwaltung daher um eine aufgeschlüsselte CO2-Bilanz mit genauen Angaben zum prognostizierten Energieverbrauch der Beleuchtung bitten, um diese Rechnung im Detail nachvollziehen zu können.

(5) Frage zur Verbindlichkeit der getätigten Aussagen

In Bebauungsplan und Umweltbericht werden verschiedene Aussagen zu Dimension und Betriebszeiten der geplanten Beleuchtungsanlage getätigt, die mit einschränkenden Attributen wie „bis zu“ oder „maximal“ versehen sind:

  • Es sollen bis zu 40 Flutlicht-Masten errichtet werden
  • Die Höhe der Flutlicht-Masten wird auf 17 Meter begrenzt
  • Die Anlage soll nur bis maximal 22:30 Uhr betrieben werden
  • Die Anlage soll nur von Dezember bis März betrieben werden
  • Die Anlage soll nur an drei Tagen pro Woche betrieben werden

Aufgrund der einschränkenden Attribute ist uns unklar, wie verbindlich diese Festlegungen (abgesehen von der Begrenzung der Masthöhe) tatsächlich sind bzw. wie flexibel der Betreiber Dimensionen und Betriebszeiten der Anlage im laufenden Betrieb noch modifizieren könnte. Ist etwa definitiv ausgeschlossen, dass die Pisten auch im Sommer – etwa für Sommerrodel-Angebote – beleuchtet werden könnten? Steht verbindlich fest, dass der Skibetrieb spätestens um 22:30 Uhr eingestellt wird und dass pro Woche mindestens vier Tage verbleiben, an denen die Anlage überhaupt nicht in Betrieb ist? Wie lange nach Einstellung des gewerblichen Pistenbetriebs werden am Abend auf der Skipiste noch Arbeiten (etwa zur Vorbereitung des Skibetriebs am nächsten Tag) durchgeführt – und welche Beleuchtung wird hierfür gegebenenfalls noch erforderlich sein?

Fazit: Aus unserer Sicht stellt sich die Frage, ob die im Bebauungsplan sowie im Umweltbericht genannten Einschränkungen etwa hinsichtlich der Betriebszeiten sowie der Dimension der Anlage für den Betreiber dauerhaft verbindlich sind, oder ob sie von diesem mittel- bis langfristig modifiziert werden könnten. Hierzu bitten wir um eine Stellungnahme der Verwaltung.

Für Nachfragen und Anmerkungen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Für den Verein Sternwarte Sankt Andreasberg e.V.

Utz Schmidtko (1. Vorsitzender)
Reinhard Görke (2. Vorsitzender)

Ralf Gehrmann
Elfriede Fischer
Christian Reinboth
Bettina Strohmeyer
Veronika Koolen-Riechert

Kontakt zum Hauptautor für Nachfragen und Anmerkungen

Christian Reinboth
Dipl.-Wi.-Inf.(FH)

Schlachthofstraße 4
38855 Wernigerode

Tel.: 03943 932 501
Mobil: 0152 0900 66 00
E-Mail: reinboth@sternwarte-sankt-andreasberg.de

Weitere Informationen zum Thema Lichtverschmutzung unter http://www.lichtverschmutzung.de.


[1] vgl. licht.wissen 08 – Sport und Freizeit, Schriftenreihe der Fördergemeinschaft Gutes Licht, Frankfurt, ISBN 978-3-926193-52-0

[2] vgl. Hänel, Andreas: Hinweise zur Beleuchtung von Skipisten am Beispiel der Beleuchtung der Wasserkuppe, zu beziehen über http://www.lichtverschmutzung.de

[3] vgl. etwa Klein, M.: Lichtverschmutzung – Eine neue Umweltproblematik, Diplomarbeit an der Fachhochschule Ludwigsburg, 2004: http://www.home.uos.de/ahaenel/darksky/dalichtver.pdf

[4] vgl. etwa die 2008 durchgeführten Untersuchungen des Diplom-Biologen Heiko Haupt am Bonner Posttower, in deren Rahmen sich Sommergoldhähnchen als die von der durch den Posttower ausgehenden Lichtverschmutzung am stärksten negativ beeinflusste Art mit den meisten getöteten und verletzten Tieren erwiesen haben http://lichtverschmutzung.de/dokumente/PostTower_und_Vogelwelt.pdf

[5] vgl. hierzu die Untersuchungen der Stadt Rheine sowie der FH Münster: http://www.rheine-buergerinfo.de/vo0050.php?__kvonr=788&voselect=110